Symptome

Quelle: www.therapie.de

Das Burnout-Syndrom macht sich in verschiedenen Stadien anhand unterschiedlichster Symptome bemerkbar und tritt dabei in vielfältigen Varianten und sehr individuellem Maße auf.

Warnsignale im Anfangsstadium

Im Anfangsstadium besteht eher grundlegend ein diffuses Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung ist. Das kann einhergehen mit gelegentlicher grundloser Angst und beginnenden körperlichen Beschwerden.

Erste konkrete Anzeichen einer drohenden oder beginnenden Burnout-Symptomatik können vermehrter Einsatz, nahezu pausenloses Arbeiten, der subjektive Eindruck der eigenen Unentbehrlichkeit, das Gefühl eigentlich nie mehr richtig Zeit für sich zu haben, also die zunehmende Verleugnung der eigenen Bedürfnisse und die Beschränkung zwischenmenschlicher Kontakte sein.

Symptome im fortgeschrittenen Stadium

Im fortgeschrittenen Stadium kommen Gefühle wie Ärger, Unzufriedenheit, Gereiztheit oder auch das Gefühl ausgenutzt oder betrogen zu werden hinzu. Die körperlichen Symptome nehmen zu. Burnout-Patienten klagen dabei über unterschiedlichste Beschwerden wie Mattheit und Erschöpfung, Ruhelosigkeit, Niedergeschlagenheit, Depression und Ängste, aber auch Schlafstörungen, sexuelle Probleme, Kopf- und Rückenschmerzen, Tinnitus, Herzrasen, Magenkrämpfe und andere körperliche Gebrechen.

Bei weiterem Fortschreiten der Symptomatik treten zunehmend Gefühle von Sinnlosigkeit, Versagen, Misstrauen auf. Die Patienten sind sehr schnell erschöpft, mechanisieren ihr Leben so weit wie möglich, ziehen sich zurück und fallen in Apathie.

Beschwerden, Schmerzen oder ein geschwächtes Immunsystem können viele Ursachen haben. Sich krank zu fühlen, sollte nicht zum Dauerzustand werden.

Wann gesteht man sich ein, dass die Grenze der Belastbarkeit überschritten ist, man selbst zu hohe Erwartungen in eigene Leistungen setzt und nicht alle gesteckten Ziele erreichen kann? Überprüfen Sie, ob Sie selbst gefährdet sind. Seien Sie dabei ehrlich mit sich!

Jeder kann ausbrennen

Von der Arbeit, Haushalt, familiären Verpflichtungen oder auch Freizeitaktivitäten erschöpft ist jeder einmal. Kaum jemand, der nicht mal feststellen muss, dass er ein selbst gestecktes Ziel nicht erreicht oder mit der eigenen erbrachten Leistung nicht so zufrieden ist wie sonst. Auch die Angst, vielleicht bei einer Sache zu versagen, ist kaum jemandem fremd. Ab und an plagen bei der Fülle an Verpflichtungen jeden Schuldgefühle, einer Seite oder eine Sache eventuell nicht gerecht geworden zu sein.

Arbeitsumfang, Vielfalt der Aufgaben und Leistungsdruck nehmen in der heutigen Gesellschaft im beruflichen wie auch privaten Bereich stetig zu. Neben diesen erhöhten Leistungsanforderungen begünstigen auch persönliche Aspekte einen Burnout. Besonders gefährdet sind Menschen mit ausgeprägtem Perfektionismus, Helfersyndrom und krankhaftem Ehrgeiz. Ausgebrannt sein können nicht nur Manager, sondern auch Schüler, Studenten, Hausfrauen, Mütter, Arbeitslose oder Rentner. Umso wichtiger wird es für jeden, sich der Gefahr Burnout bewusst zu sein.

Behandlung

Menschen, die an einem Burnout-Syndrom leiden, benötigen professionelle und auf das jeweilige Stadium der Symptomatik individuell zugeschnittene Unterstützung.

Zu Beginn eines Burnout, wenn die Symptomatik noch nicht so ausgeprägt ist, helfen eventuell noch eine längere Erholungsphase, zum Beispiel in Form einer Kur, auch ein Arbeitsplatzwechsel kann ein wichtiger Schritt sein.

Wenn das Burnout allerdings schon fortgeschritten ist, kann eine Psychotherapie helfen, die eigenen Lebensgewohnheiten und die Selbsteinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit zu verändern.

Besonders verhaltenstherapeutisch orientierte Empfehlungen und Maßnahmen haben sich bewährt:

  • Diese umfassen unter anderem eine Reduzierung des Arbeitspensums und eine Erhöhung der Freizeitaktivitäten, eine verbindliche Zeitplanung mit genau festgelegten aktiven und passiven Freizeitphasen sowie das Erlernen und konsequente Anwenden einer Entspannungstechnik.
  • Für den Umgang mit Aggression und Frustration sowie selbstschädigendem Verhalten (Kaffee-, Nikotin-, Alkoholmissbrauch) werden detaillierte Pläne mit Verhaltensweisen erarbeitet und unterstützende Selbstanweisungen festgelegt.
  • Gegen die Gefahr eines Rückfalls wird eine individuelle Checkliste mit Warnsymptomen und entsprechenden Verhaltensstrategien erstellt. Dabei geht es besonders auch darum, der konstruktiven Freizeitgestaltung viel Bedeutung beizumessen.
  • Darüber hinaus wird eine gesunde und geordnete Lebensführung angestrebt.
  • Aber auch physikalische Behandlungsmaßnahmen wie Massagen und Gymnastik. Auch eine Therapie mit Psychopharmaka oder Phytopharmaka, also Arzneimittel mit pflanzlichen Wirkstoffen, kann hilfreich sein.
  • Psychohygiene unterstützt den Betroffenen in jedem Stadium der Symptomatik. Zur Psychohygiene gehören Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen, die helfen, besser mit Stress umzugehen und auch tägliche Pflegemaßnahmen für die Seele wie Gefühle oder Gedanken sortieren.

Unterstützung der Angehörigen

Zuerst sollten Angehörige natürlich mit Verständnis und Zuhören reagieren. Wenn man den Betroffenen helfen kann, sich zu öffnen und über seine Probleme zu reden, ist schon der erste Schritt getan.

Finden Sie gemeinsame Unternehmungen

Schwer Erkrankte spüren meist kaum noch andere Bedürfnisse außer Essen, Schlafen und dem Wunsch, irgendwie den Tag zu überstehen. Sie haben kein Interesse mehr daran, irgendetwas zu machen. Doch für die Genesung ist es besonders wichtig, die Betroffenen zu Unternehmungen zu motivieren. Bei der Bewältigung dieser für die Betroffenen schwierigen Aufgabe benötigen sie in besonderem Maß die Unterstützung der Angehörigen. Am besten geeignet scheint Sport zu sein. Wichtig ist, dass der Betroffene Spaß an der Aktivität hat. Ist wieder ein gewisser Grad an Belastbarkeit erreicht, sollten aus ersten sporadischen Aktivitäten möglichst dauerhafte Freizeitvergnügen werden.

Bauen Sie Selbstwertgefühl auf

Bei Burnout leidet das Selbstwertgefühl. Die Betroffenen zweifeln an sich, an ihren Fähigkeiten und Stärken und benötigen deshalb in besonderer Weise Ermutigung, indem sie gelobt, ihre Erfolge aufgezählt oder Fähigkeiten und Besonderheit benannt werden.

Ermutigen Sie zu einem Arztbesuch

Häufig benötigen die Betroffenen auch Ermutigung und Unterstützung von Angehörigen, wegen ihrer Symptomatik einen Arzt aufzusuchen.

Arbeiten Sie an Ihrer Beziehung

Eine Burnout-Erkrankung kann zu einer ernsthaften Belastungsprobe für eine Beziehung werden. Dauerhafte Antriebslosigkeit und Pessimismus des Betroffenen führen häufig auch den Partner, der eigentlich helfen möchte, an Grenzen. Es ist aber in dieser Situation wichtig, den bestehenden Druck auf den Partner nicht noch zu erhöhen. Vielmehr sollten und dürfen Angehörige sich Zeit für sich selbst und für eigene Unternehmungen oder Aktivitäten ohne den Erkrankten nehmen.