Mobbing & Bossing

Quelle: www.therapie.de

Unter Mobbing am Arbeitsplatz wird eine konfliktbelastete Situation verstanden, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und der Betroffene von einer oder mehreren Personen systematisch und während längerer Zeit bewusst oder unbewusst beleidigt, drangsaliert oder ausgeschlossen wird.

Je nach Hierarchieebene und Verhaltensweise werden die Formen des Mobbings wie „Bossing“, „Staffing“ und „Straining“ unterschieden.

Mobbing ist eine Stressbelastung für Körper und Seele und löst je nach Stärke Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlafschwierigkeiten, Alpträume, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Erschöpfungszustände, Depressionen oder Angststörungen aus.

Wenn der Konflikt betriebsintern durch Aussprache mit dem Mobber oder Instanzen wie den Betriebsrat nicht gelöst werden kann, kann eine Behandlung durch verhaltenstherapeutische Ansätze erfolgen.

Probleme am Arbeitsplatz im zwischenmenschlichen Bereich sind an der Tagesordnung. Mit Menschen, die den neuen Kollegen beim Vorstellungsgespräch nicht begegnet sind, soll zusammen gearbeitet werden. Die „Chemie“ stimmt nicht immer, Ärger zuhause oder durch Krankheiten ausgelöste Probleme können das Miteinander am Arbeitsplatz beeinträchtigen. Die Grenze zum tatsächlichen Mobbing ist nicht immer leicht zu ziehen, wenn sich die betroffene Person von den Kollegen zurückgesetzt oder überkontrolliert fühlt. Ein Kollegenkreis wird dann als Zwangsgemeinschaft, was er – soziologisch gesehen – sein kann, empfunden. Teamfrust oder kurzfristige Konflikte werden aber erst dann zu Mobbing, wenn sie über einen längeren Zeitraum systematisch in feindselige Handlungen ausarten.

Was versteht man unter Mobbing?

Der Oberbegriff „Mobbing“ kommt ursprünglich aus dem Englischen [„to mob“ = bedrängen, anpöbeln, attackieren, angreifen] und wurde in den 1980ern in der Forschung über das Sozialverhalten von Tieren erstmals durch Lorenz (1986) genannt. Erst in den 1990ern wird der Begriff in die Arbeitswelt übertragen. Nach der Definition müssen Mobbingopfer mindestens einmal wöchentlich über einen Zeitraum von einem halben Jahr hinweg angegriffen, angefeindet, schikaniert oder diskriminiert werden. Bewusst oder unbewusst zielt das Mobbing immer darauf ab, Personen auszugrenzen oder zu entfernen. Somit wird Mobbing charakterisiert durch:

  • Konfliktbelastete oder feindselige Kommunikation
  • Systematischer und oftmals mehrmals wöchentlich über einen Zeitraum von mehreren Monaten gehender Vorgang
  • Unterlegenheit der Person
  • Völlige Isolation oder Ausstoß aus dem System

Der Zusammenhang zwischen Gesundheitsbeeinträchtigungen und Mobbing ist vielfach untersucht.

Gesundheitliche Folgen für Mobbing-Opfer

Mobbing ist in erster Linie eine Stressbelastung, die sich negativ auf das körperliche und seelische Wohlbefinden auswirkt. Es ist empirisch belegt, dass von Mobbing betroffene Personen unter körperlichem oder seelischem Unwohlsein (Angespanntheit, Nervosität, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlafschwierigkeiten, Alpträume und mehr) oder chronischen Krankheitsverläufen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Erschöpfungszuständen, Depressionen, Angststörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen) leiden können.

Wenige Erkenntnisse liegen über die Bedeutung von selbstregulatorischen Mechanismen für die Gesundheit von Mobbingbetroffenen vor (Wahrscheinlichkeit Opfer von Mobbing zu werden). Was die Forschung umtreibt, ist die Fragestellung:

  • Welche persönlichen Kompetenzen können Mobbingbetroffene vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen schützen?
  • Unterscheiden sich niedrig handlungsorientierte Mobbingbetroffene hinsichtlich der Stärke gesundheitlicher Symptome von hoch handlungsorientierten?

Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Fähigkeit zur selbstgesteuerten Regulation von Emotionen scheint vor den gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die mit einem sozialen Stressor wie Mobbing assoziiert sind, zu schützen.

Untaugliche Reaktionen auf Mobbing

Sich der Opferrolle zu fügen, besondere Freundlichkeit an den Tag zu legen oder über Schikanen, Gehässigkeiten und Gerüchte hinwegzusehen, ist der falsche Weg und bewirkt beim Mobber meistens das Gegenteil. Zusätzlich erzeugen diese Versuche beim Opfer ein Gefühl der Hilflosigkeit und inneren Anspannung. Eine Kündigung oder Krankschreibung ist auch kein probates Mittel, um dem Mobber aus dem Weg zu gehen.

Formen des Mobbings

Gemessen an der Hierarchieebene, werden verschiedene Formen des Mobbings unterschieden.

Bossing

Ein in disziplinarischer und/oder fachlicher Weisungsbefugnis begründetes Ungleichgewicht zwischen der betroffenen Person und dem Ausübenden sind eine Voraussetzung für „Bossing“, das vom Vorgesetzten ausgeht.

Mobbing

Treten Schikane und Ausgrenzung zwischen gleich gestellten Teammitgliedern auf, spricht man von Konflikten oder „Mobbing“.

Staffing

Wenn sich Mitarbeiter gegen einen Vorgesetzten zusammenschließen, nennt man dies „Staffing“.

Straining

Während die oben genannten Mobbing-Arten offensichtliche persönliche Angriffe zum Inhalt haben, wird mit dem Begriff „Straining“ eine etwas subtilere und weniger auffällige Form des Mobbings bezeichnet. Hierbei wird das Mobbingopfer beispielsweise übersehen oder nicht informiert.